Straßen der 

 Sehnsucht

  Straßen der 

  Sehnsucht

Reisen beginnt oft im Kopf. Hat der Alltag das Fernweh in den Hintergrund gedrängt, genügt manchmal ein Gedanke: an eine Straße, die sich durch Pinienwälder windet oder über felsige Pässe führt. Fünf Routen, die zum Träumen einladen – auch wenn man sie vielleicht nie fahren wird.

TARGA FLORIO:
KULINARISCHE KURVEN DURCH SIZILIEN

Früher rasten sie hier mit federleichten Flundern durch die Kurven und erreichten Geschwindigkeiten, bei denen einem noch heute schwindelig wird. Heute aber, fast 50 Jahre nach dem letzten offiziellen Rennen, fährt auf den Spuren der Targa Florio niemand mehr wegen der PS, sondern trotz der Straßen. Denn die Rundkurse durchs Madonie-Gebirge sind teilweise so ramponiert, dass selbst Geländewagen ins Schwitzen kommen. Doch man misst die Targa Florio ohnehin besser in Kalorien als in Kilometern: Ein Caffè mit Cannoli am Morgen, Pasta oder Pizza zur Mittagszeit, nachmittags ein Pistazien-Gelato und abends zur Bistecca ein Nero d’Avola, mit dem sich Sizilien bei Weinfreunden jenen Ruf erarbeitet, den es bei Autoliebhabern längst genießt.


TARGA FLORIO: KULINARISCHE KURVEN DURCH SIZILIEN

Früher rasten sie hier mit federleichten Flundern durch die Kurven und erreichten Geschwindigkeiten, bei denen einem noch heute schwindelig wird. Heute aber, fast 50 Jahre nach dem letzten offiziellen Rennen, fährt auf den Spuren der Targa Florio niemand mehr wegen der PS, sondern trotz der Straßen. Denn die Rundkurse durchs Madonie-Gebirge sind teilweise so ramponiert, dass selbst Geländewagen ins Schwitzen kommen. Doch man misst die Targa Florio ohnehin besser in Kalorien als in Kilometern: Ein Caffè mit Cannoli am Morgen, Pasta oder Pizza zur Mittagszeit, nachmittags ein Pistazien-Gelato und abends zur Bistecca ein Nero d’Avola, mit dem sich Sizilien bei Weinfreunden jenen Ruf erarbeitet, den es bei Autoliebhabern längst genießt.

BAINSKLOOF PASS:
SÜDAFRIKAS STILLE KURVENPRACHT

Stellenbosch, Franschhoek, Kap der guten Hoffnung – der klassische Kapstadt-Roadtrip ist legendär, aber längst kein Geheimtipp mehr. Wer die Ruhe sucht, weicht besser ins Hinterland aus, zum Beispiel auf den Bainskloof-Pass. Nur 18 Kilometer lang, aber kurvig wie eine Kap-Kobra, führt die R301 zwischen Wellington und Ceres durchs Küstengebirge. Schmal, steil, kaum befahren; das Panorama hält sich zwar zurück, dafür gehört einem die Straße oft ganz allein.



BAINSKLOOF PASS: SÜDAFRIKAS STILLE KURVENPRACHT

Stellenbosch, Franschhoek, Kap der guten Hoffnung – der klassische Kapstadt-Roadtrip ist legendär, aber längst kein Geheimtipp mehr. Wer die Ruhe sucht, weicht besser ins Hinterland aus, zum Beispiel auf den Bainskloof-Pass. Nur 18 Kilometer lang, aber kurvig wie eine Kap-Kobra, führt die R301 zwischen Wellington und Ceres durchs Küstengebirge. Schmal, steil, kaum befahren; das Panorama hält sich zwar zurück, dafür gehört einem die Straße oft ganz allein.

ROUTE 66:
SEHNSUCHTSSTRECKE MIT SONNENPOTENZIAL

Für Amerikaner ist sie die „Mother Road“, für alle anderen eine Straße der Sehnsucht: die Route 66. Sie verbindet Chicago mit Los Angeles, zieht sich über knapp 4.000 Kilometer durch acht Bundesstaaten. Ende 1926 wurde sie eröffnet und führte unzählige amerikanische Familien ins „gelobte Land“, nach Kalifornien; damals war sie oft einspurig, kurvenreich und teilweise noch nicht asphaltiert. Heute ist die historische Strecke nur noch in Teilstücken erhalten und befahrbar. Am Straßenrand künden vielerorts von Hitze und Staub zerfressene Billboards sowie Tankstellen-Ruinen von Ruhm besserer Tage. Viele kleine Orte haben den Geist der historischen Ost-West-Verbindung mittlerweile wiederbelebt.


ROUTE 66: SEHNSUCHTSSTRECKE MIT SONNENPOTENZIAL

Für Amerikaner ist sie die „Mother Road“, für alle anderen eine Straße der Sehnsucht: die Route 66. Sie verbindet Chicago mit Los Angeles, zieht sich über knapp 4.000 Kilometer durch acht Bundesstaaten. Ende 1926 wurde sie eröffnet und führte unzählige amerikanische Familien ins „gelobte Land“, nach Kalifornien; damals war sie oft einspurig, kurvenreich und teilweise noch nicht asphaltiert. Heute ist die historische Strecke nur noch in Teilstücken erhalten und befahrbar. Am Straßenrand künden vielerorts von Hitze und Staub zerfressene Billboards sowie Tankstellen-Ruinen von Ruhm besserer Tage. Viele kleine Orte haben den Geist der historischen Ost-West-Verbindung mittlerweile wiederbelebt.

STONE ROAD VON KEMALIYE:
ABENTEUER AM EUPHRAT

Wer die Stone Road von Kemaliye in der osttürkischen Provinz Erzincan befährt, erlebt eine der spektakulärsten Talstraßen der Welt und erreicht den Euphrat dort, wo er sich tief durch die Berge frisst. Auf neun Kilometern windet sich die schmale Piste durch eine enge Schlucht, 38 Tunnel lang. An vielen Stellen passt kaum eine Hand zwischen Autospiegel und Stein. Schneller als Schritttempo geht es selten voran, dafür öffnen sich immer wieder große Löcher mit atemberaubendem Blick auf den Euphrat tief unten. Wer Glück hat, begegnet keinem Gegenverkehr. Und wer am Ende der Strecke in Kemaliye einkehrt, erfährt auch die Geschichte: Weil der Staat den Straßenbau scheute, griffen die Dorfbewohner ab 1870 selbst zur Spitzhacke. Erst 2002 war die Straße offiziell fertig.

STONE ROAD VON KEMALIYE: ABENTEUER AM EUPHRAT

Wer die Stone Road von Kemaliye in der osttürkischen Provinz Erzincan befährt, erlebt eine der spektakulärsten Talstraßen der Welt und erreicht den Euphrat dort, wo er sich tief durch die Berge frisst. Auf neun Kilometern windet sich die schmale Piste durch eine enge Schlucht, 38 Tunnel lang. An vielen Stellen passt kaum eine Hand zwischen Autospiegel und Stein. Schneller als Schritttempo geht es selten voran, dafür öffnen sich immer wieder große Löcher mit atemberaubendem Blick auf den Euphrat tief unten. Wer Glück hat, begegnet keinem Gegenverkehr. Und wer am Ende der Strecke in Kemaliye einkehrt, erfährt auch die Geschichte: Weil der Staat den Straßenbau scheute, griffen die Dorfbewohner ab 1870 selbst zur Spitzhacke. Erst 2002 war die Straße offiziell fertig.


17-MILES-DRIVE:
KALIFORNISCHE KÜSTENIDYLLE

Auf der Karte wirkt er wie ein kleiner Schlenker des Pacific Coast Highway, doch der 17-Miles-Drive ist für viele Kalifornien-Reisende ein Ziel für sich. In engen Kurven windet er sich durch die Buchten und Wälder der Monterey Peninsula, hinter jeder Kehre neue Postkartenmotive: tosendes Meer, himmelhohe Pinien und Villen samt Golfplatz, auf denen die High Society ganz entspannt ihren Reichtum präsentiert. Einmal im Jahr rollen hier zum Concours d’Elegance die edelsten Oldtimer der Welt vorbei. Alltags gilt: Höchsttempo 25 Meilen (40 km/h) überwacht vom Sicherheitspersonal des privaten Resorts. Aber so lassen sich die Ausblicke umso besser genießen.

17-MILES-DRIVE: KALIFORNISCHE KÜSTENIDYLLE

Auf der Karte wirkt er wie ein kleiner Schlenker des Pacific Coast Highway, doch der 17-Miles-Drive ist für viele Kalifornien-Reisende ein Ziel für sich. In engen Kurven windet er sich durch die Buchten und Wälder der Monterey Peninsula, hinter jeder Kehre neue Postkartenmotive: tosendes Meer, himmelhohe Pinien und Villen samt Golfplatz, auf denen die High Society ganz entspannt ihren Reichtum präsentiert. Einmal im Jahr rollen hier zum Concours d’Elegance die edelsten Oldtimer der Welt vorbei. Alltags gilt: Höchsttempo 25 Meilen (40 km/h) überwacht vom Sicherheitspersonal des privaten Resorts. Aber so lassen sich die Ausblicke umso besser genießen.