Etwa 400 Fußgänger und knapp dreimal so viele Autofahrer starben im Jahr 2024 bei Verkehrsunfällen auf deutschen Straßen. Einige Todesfälle wären vermutlich vermeidbar gewesen, hätten die motorisierten Verkehrsteilnehmer schneller reagiert oder fester gebremst. Die Deutsche Verkehrswacht (DVW) will mit ihren Fahrsicherheitstrainings auf solche Ausnahmesituationen vorbereiten.
Die Idylle trügt: Auf dem Verkehrsübungsplatz wurde um jeden Meter Bremsweg gekämpft.
21 Grad Lufttemperatur, eine leichte Brise bewegt die Blätter an den Bäumen, zwei Wassersprenger laufen. Sommerliche Idylle? Mitnichten. Aus dem Schatten schießt ein Auto mit 60 km/h auf die freie Fläche und bremst auf nasser Fahrbahn. Das Antiblockier-System „stottert“ das Fahrzeug zum Stehen, doch nicht rechtzeitig: Unter dem Motorblock liegt etwas. Nur ein Pylon zum Glück, der auf dem Verkehrsübungsplatz am Schacht Hubert im Essener Süden als Hindernis dient. Hier bekommt niemand einen Kratzer, höchstens das Ego der Autofahrer, die ihr Können am Anfang des rund achtstündigen Trainings besser einschätzen als es tatsächlich ist.
Auch das richtige Lenken will gelernt sein: DVW Trainerin Maria Brendel-Sperling (rechts) macht es vor.
Patrick Quartey, Social Media Spezialist bei der in Köln ansässigen Versicherung, wirkt nachdenklich. „Wahnsinn, welchen Unterschied allein 10 oder 20 km/h mehr beim Bremsweg ausmachen. So bekommt man nochmal deutlich vor Augen geführt, warum es Geschwindigkeitsbeschränkungen gibt und diese so sinnvoll sind.“ Ob das Einstellen der korrekten Sitzposition, das richtige Lenken, die Blickführung, die Gefahrbremsung oder das Ausweichmanöver auf trockener oder nasser Fahrbahn, all das wird diskutiert und geübt bei den Fahrsicherheitstrainings der DVW. „Hier können wir in gesichertem Umfeld ausprobieren, wie wir und damit unsere Autos bei verschiedenen Manövern reagieren. Ich glaube, dass mir diese Erfahrung künftig im Straßenverkehr helfen wird, potenzielle Gefahrensituationen besser beurteilen und schneller handeln zu können“, sagt Deborah Stutzke, Pressereferentin beim ACV.
Doppelte Geschwindigkeit, vierfacher Bremsweg – das konnten die ACV Mitarbeiter hautnah erleben.
Vom Training für Fahranfänger bis hin zu Senioren, für Motorradfahrer oder Camper: Das Angebot des gemeinnützigen Vereins ist breit gefächert. Der ACV unterstützt die Anmeldung für eines seiner Sicherheitstrainings, das mit den eigenen Fahrzeugen absolviert wird, mit einem Zuschuss. Vor dem anstehenden Sommerurlaub sicher eine Überlegung wert.
Standorte (bundesweit) und Termine der DVW Fahrsicherheitstrainingsfindet man unter sicherheitstraining24.de.
Geschafft: Die Mitarbeiter des ACV und ihres Partners DEVK haben das Fahrsicherheitstraining erfolgreich absolviert und viel dazugelernt.





