Retro-Designs für E-Autos

Retro-Designs​
für E-Autos

Blick zurück nach vorn: Die europäischen Autohersteller besinnen sich auf dem Weg in die Zukunft auf ihre Vergangenheit und kramen alte Namen hervor. Zu den Gründen für die Retro-Welle zählt der Versuch, sich mit dem Rückgriff auf die Tradition von den vielen Newcomern zum Beispiel aus China abzusetzen. Aber auch aufgrund der verunsicherten Stimmungslage bei  potenziellen E-Auto-Kunden erhoffen sich Hersteller, mit bewährten und beliebten Modellen Vertrauen zu schaffen. 

Ford Capri
„The legend is back“, so trommelt Ford für den neuen Capri. Der Vibe aus den Siebzigern soll ins Hier und Heute übertragen werden – damals war der Ford Capri ein cooles Coupé, eine Mischung aus Sportwagen und Familienkutsche. Das neue Design greift etwa beim angedeuteten „Hundeknochen“ aus Scheinwerfern und dazwischen platzierter schwarzer Blende Details der frühen Capris auf. Die Basisversion (ab 45.000 Euro) mit 52-kWh-Batterie, 170 PS starkem Elektromotor und einer Reichweite von 370 bis 393 Kilometern, kommt ab Anfang 2025 zu den Händlern.

Original: Ford Capri II ab 1974

Retro: Ford Capri seit 2024

Microlino
Wo er hinfährt, sorgt der Retro-Stromer Microlino für Aufmerksamkeit. Er greift den Look des 50er-Jahre Mini-Mobils BMW Isetta verblüffend authentisch auf. Wie beim historischen Vorbild handelt es sich bei der Neuauflage um eine Knutschkugel für zwei Personen mit einer nach vorne öffnenden Einstiegstür, die zugleich den vorderen Abschluss des Fahrzeugs bildet. Mit 17 PS und 90 km/h ist der Microlino fast so schnell und auf jeden Fall so unterhaltsam wie das Original. Rund 20.000 Euro sind viel Geld für einen elektrischen Kleinstwagen mit 10,5 kWh und 177 Kilometern Reichweite. Der Isetta-Klon tritt in der Leichtbauklasse L7e an, die dem Hersteller den Verzicht auf Airbags oder ABS erlaubt.

Original: BMW Isetta ab 1955

Retro: Microlino seit 2023

Fiat 600e
Auf der Fahrt in die emissionsfreie Zukunft öffnet Fiat erneut die Geschichtsbücher und bedient sich eines legendären Namens. Nachdem die Italiener mit dem 500er ihre größte Ikone elektrifiziert haben, folgt der vollelektrische Crossover 600e (ab 36.500 Euro). Benannt nach dem „Seicento”, der ab Mitte der Fünfziger Jahre gemeinsam mit dem Cinquecento Fiat zur liebenswerten Volksmarke machte. Auch diesmal übernimmt der rund 36.500 Euro teure 600er die Rolle des großen Bruders und Familienfreunds. Mit 4,17 Meter ist er 54 Zentimeter länger als der 500e und wird auf Sicht den 500X beerben.

Original: Fiat 600 ab 1955

Retro: Fiat 600 seit 2024

Mini Aceman
Seit der Neuauflage des ersten Mini im Jahr 2001 spielt die BMW-Tochter mit unterschiedlichen Varianten auf der Retro-Klaviatur; natürlich hat sie den Mini längst auch ins E-Zeitalter überführt. Anders als Cooper und Countryman ist das neuste Modell nun ausschließlich mit E-Antrieb zu haben: Der jüngst vorgestellte Aceman (ab ca. 30.000 Euro) schließt als kleiner Crossover die Lücke zwischen Cooper und Countryman. Der gut vier Meter lange Fünfsitzer interpretiert das bekannte Retro-Design der Marke neu, tritt puristischer und flächiger auf, Fenster und Bleche sind bündig montiert, die Türgriffe versenkt. 

Original: Morris Mini Cooper S ab 1963

Retro: Mini Aceman seit 2024


Renault 4
Nach dem elektrischen Renault 5 kommt 2025 auch der größere Renault 4 zurück, ebenfalls als E-Tech-Modell. Der ideelle Vorgänger R4 leistete ab Anfang der 1960er Pionierarbeit als erster variabler Hochdachkombi mit Frontantrieb. Zur Ikone der Popkultur avancierte der R4 als Anti-Statussymbol von PS-Verweigerern, Weltreisenden und Aktivisten. Wie das Original kennzeichnen auch den elektrischen Renault 4 vor allem praktische Tugenden. Mit dem größeren 52-kWh-Akku soll er bis zu 400 Kilometer weit kommen. Preislich sind für den Renault 4 wohl knapp unter 30.000 Euro als Einstieg realistisch.

Original: Renault 4, hier Modelljahr 1973

Retro: Renault 4 ab 2025