VERKEHRSPOLITIK
ACV bringt ersten Wasserstoff-Abschlepper auf die Straße
Das gab es in Deutschland noch nie: Ab Anfang 2026 fährt für den ACV ein Pannenauto mit Wasserstoff-Antrieb. Der ACV ist damit der erste deutsche Automobilclub, der einen emissionsfreien Abschleppwagen im Alltagsbetrieb einsetzt.
Mit dem neuen Format „ACV Connect“ schafft der Automobil-Club ein Forum für den persönlichen Austausch zu Themen rund um Mobilität und Verkehr. Unter dem Leitmotiv „Verkehrswende im Fokus – Globale Strategien, deutsche Debatten, lokale Lösungen“ diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Medien in der Kölner ACV Zentrale. Auf dem Podium saßen Dr. Matthias Schubert, Vice President Mobility beim TÜV Rheinland, Dr. Florian Eck, Geschäftsführer des Deutschen Verkehrsforums (DVF), Ascan Egerer, Verkehrsdezernent der Stadt Köln, sowie ACV Geschäftsführer Holger Küster.
MUT ZUM AUFBRUCH
Den Impuls der Auftaktveranstaltung setzte Dr. Matthias Schubert. Seine Beispiele aus den Millionenstädten Singapur, Paris und Barcelona zeigen: „Es ist möglich, etwas zu bewegen, aber wir müssen anfangen und etwas wagen.“ Vier Ansatzpunkte führt er als entscheidend für eine erfolgreiche Verkehrswende an: Verkehrslenkung, raumorientierte Verkehrsstrategien, Elektrifizierung sowie geleitete und autonome Mobilität.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung rückten die Podiumsteilnehmer die bestehenden Herausforderungen in den Fokus. Genannt wurden unter anderem die hohen Anschaffungskosten für E-Autos sowie die Schwierigkeiten beim Ausbau der Ladeinfrastruktur im ländlichen Raum. Zugleich wurde deutlich, dass die Verkehrswende nicht allein über das Auto gelingen kann. „Es ist wichtig, alternative Angebote zu schaffen, um Menschen dort, wo es möglich ist, vom Individualverkehr zu lösen“, erklärte ACV Geschäftsführer Holger Küster. Mit Blick auf die Deutsche Bahn und den öffentlichen Nahverkehr ergänzte er: „Verlässlichkeit hat oberste Priorität.“
MOBILITÄT ALS DASEINSVORSORGE
Auch Dr. Florian Eck, Geschäftsführer des Deutschen Verkehrsforums (DVF), unterstrich die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen. „Mir kommt das Sondervermögen der Bundesregierung wie ein großes löchriges Ölfass vor, aus dem die Milliarden unkontrolliert abfließen – keiner weiß genau, wohin.“ Eck forderte mehr Transparenz in der Verkehrspolitik: „Wir brauchen eine neue Ehrlichkeit.“
Mit Blick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen machte Ascan Egerer, Verkehrsdezernent der Stadt Köln, deutlich, dass der Wille zur Veränderung zwar vorhanden sei, die Umsetzung jedoch oft an gesetzlichen Vorgaben scheitere. Er statuierte: „Die Städte mit funktionierenden Visionen liegen derzeit nicht in Deutschland.“
Die rund einstündige Diskussion zeigte: Für die Verkehrswende braucht es einerseits Mut und Entschlossenheit, andererseits verlässliche politische Rahmenbedingungen, um die Menschen für neue Mobilitätsangebote zu gewinnen. „Die beste Förderung für E-Mobilität wäre ein erschwinglicher Strompreis“, brachte Dr. Schubert eine zentrale Voraussetzung auf den Punkt.
Die Reihe wird jährlich in der Kölner ACV Zentrale fortgesetzt. Gleichzeitig trägt der ACV das Format in sein Ehrenamt und ermutigt die acht Landesgruppen sowie 72 Ortsclubs, den Dialog aktiv zu gestalten. Den Anfang machte der OC Würzburg mit dem ACV Connect Diskussionsforum „Wirtschaft & Verkehr“.
ACV unterstützt EU-Reform bei Führerscheinregeln
Beim Begleiteten Fahren bekommt der junge Autofahrer Fahrpraxis, wird aber immer von einer erfahrenen Person begleitet.
Der ACV stellt sich hinter zentrale Punkte der EU-Führerscheinreform und schließt sich dabei den Positionen der Interessengemeinschaft European Automobile Clubs (EAC) an, kritisiert aber auch verpasste Chancen.
Der Verzicht auf verpflichtende ärztliche Untersuchungen bei Führerscheinerwerb oder Führerscheinverlängerung wird als sinnvoll bewertet; stattdessen soll die Eigenverantwortung gestärkt werden, etwa durch freiwillige Rückmeldefahrten im Alter. Auch die Einführung eines digitalen Führerscheins sieht der EAC positiv, fordert aber eine schnelle, einheitliche Umsetzung in allen Mitgliedstaaten. Niemand dürfe dabei ausgeschlossen werden, besonders ältere Menschen sollen weiter ein physisches Dokument nutzen können.
„Bei der EU-weiten Null-Promille-Grenze für Fahranfänger ist eine Chance verpasst worden.“
Holger Küster ACV Geschäftsführer
Als positives Signal für die Verkehrssicherheit wertet der EAC die geplante Ausweitung des Begleiteten Fahrens auf ganz Europa. In Deutschland habe sich dieses Modell als wirksam erwiesen. Kritisch sieht die Organisation hingegen das Fehlen einer EU-weiten Null-Promille-Grenze für Fahranfänger. „Hier ist eine Chance für mehr Einheitlichkeit und Prävention verpasst worden“, sagt ACV Geschäftsführer und EAC Präsident Holger Küster. Eine europaweite Gültigkeit des Führerscheinentzugs bei schweren Verkehrsverstößen wird grundsätzlich begrüßt. Allerdings fordert der EAC, dass er auf gravierende Delikte beschränkt bleibt.
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