MENSCHEN

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Seine Bachelorarbeit zeigt, was modernes Automobildesign leisten kann: Ästhetik und Funktionalität ebenso wie Geschichte und Gegenwart in Einklang zu bringen. Mit diesem Ansatz bei seinem Modell für ein neues Interior Design sicherte er sich nicht nur die Bestnote 1,0 in seinem Studiengang an der Hochschule München, sondern auch einen Job als Werkstudent im Team von Holger Hampf, Head of Mini Design.
Mattes Aluminium, reduzierte Formensprache, kobaltblaue Elemente und taubengrauer Stoff: Auf den ersten Blick mutet die Abschlussarbeit von Valentin Binder nicht wie ein Auto an, zumal an dem etwas mehr als Umzugskarton großen Ausstellungsstück nicht nur der Motor sondern auch die Räder fehlen. Gäbe es da nicht die Sitze, das Lenkrad und den Markenschriftzug der zur BMW Group zählenden Marke, die ersten Assoziationen führten den Betrachter wohl in eine andere Richtung. Fahren kann das Auto trotz fehlender Bauteile aber doch, zumindest virtuell.

Was bedeutet Mobilität für einen Jung-Designer? Valentin Binder im Video-Interview mit ACV Redakteurin Anne Villwock. Jetzt das Video ansehen.
Wer sich eine VR-Brille aufsetzt, kann Platz nehmen im Modell, losfahren und es mit einfachen Gesten bedienen, Gas geben und die Musiklautstärke reduzieren. Während des Gestaltungsprozesses entwickelt sich die Künstliche Intelligenz durchaus zu einem Werkzeug und Impulsgeber, dient aber nicht als Ersatz für eigene kreative Leistungen. „KI kann inspirieren, ersetzt aber nicht das Denken und Modellieren“, erklärt Valentin Binder. KI beschleunige die Abläufe im Schaffensprozess. „Der Designer bleibt derjenige, der am Ende dem Auto seinen speziellen Charakter verleiht.“

Im Design-Modell Platz nehmen und losfahren: Erleben Sie im Video, wie sich Nachwuchs-Designer Valentin Binder die Zukunft des Auto-Interiors vorstellt.
Valentin Binder im Gespräch mit ACV Redakteurin Anne Villwock.
Herausgekommen ist ein minimalistisch anmutender Entwurf, bei dem nur der Markenschriftzug und das kreisrunde Center Icon an die geschichtsträchtige Marke erinnern. Darf man sich so weit von der Tradition lösen, um die Marke weiterzuentwickeln? „Eine Abschlussarbeit darf Grenzen verschieben“, ist er überzeugt. „Bei Mini muss natürlich der ikonische Charakter erhalten bleiben – das ist aber auch ein Vorteil, denn man kann aus der Historie schöpfen“, weiß Binder. Gleichzeitig sei es Aufgabe der Designer, alt und neu immer wieder frisch zu verbinden. Bei der neuen Mini-Generation sei das gut gelungen, ist er überzeugt.
Aktuell macht die ursprünglich aus England stammende Automarke mit einer Interpretation der Mini-Cooper-Familie durch den britischen Designer Paul Smith von sich reden. Eine exklusive Polsterung und ein Armaturenbrett in einer neuen Farb- und Materialkombination prägen neben liebenswerten Details das Innenleben der neuen Modelle. „Kleine Überraschungsmomente machen jede Fahrt zu einem Erlebnis“, verspricht die Werbung.
Für überraschende, aber kaum wahrnehmbare Ausstattungsdetails, sogenannte Easter Eggs, kann sich auch Valentin Binder begeistern. In vorherigen Modellen ist das zum Beispiel ein kleines, verborgenes Ablagefach im Armaturenbrett. Für solch kreative Ideen würde er als Designer gern bekannt werden. Woran konkret er aktuell im Designteam mitarbeitet, darf Valentin Binder natürlich nicht verraten. Dass es die neue Modellgeneration ist, die in fünf bis sechs Jahren auf den Markt kommt, kann er zumindest andeuten. „Wir starten holistisch: Sitze, Armaturenbrett, Lenkrad, Mittelkonsole, Bedienelemente, Lüftung. Später wird fokussiert: Türen, Sitze.“ Die seien besonders komplex, dafür gebe es Experten.
Sein Favorit bei der Gestaltung des Innenraums? Die Antwort kommt schnell: das Lenkrad, für ihn ein, wenn nicht das zentrale Element im Innenraum eines Autos. „Aktives Fahren bleibt uns auch in Zukunft erhalten, denn vielen macht es Spaß, mir auch“, sagt Binder mit einem breiten Grinsen. Und man versteht sofort, warum er zu Mini und damit in die BMW Group passt. Denn Mini steht für Lebensfreude und Spaß, und für die Marke BMW wurde schon vor Jahrzehnten der Slogan „Freude am Fahren“ geprägt.
Zur Person
Valentin Binder
27 Jahre
Erfahrung
Mercedes-AMG, Hyundai Design Europe, BMW Group Mini Design
Werdegang
2020-2025
Hochschule München, Bachelor of Arts Industrial & Transportation Design
2019-2020
Hochschule Pforzheim, Bachelor of Arts, Industrie- und Produktdesign
2018-2019
Hochschule Pforzheim, Prestudies KATAPULT
Okt. 2016-Okt. 2018
Technische Universität Chemnitz, Sportstechnology
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