TITELSTORY

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Seit 40 Jahren begleitet die Clubzeitschrift PROFIL die ACV Mitglieder durch die Welt der Mobilität. In rund 360 Ausgaben wurde berichtet, kommentiert, getestet, der Zeitgeist kritisch aufgegriffen und Wandel dokumentiert: von der Anschnallpflicht für Kinder bis zu Fahrerassistenzsystemen, vom unbedingten Glauben an den Diesel bis zur CO₂-Debatte. Begleiten Sie uns auf eine Zeitreise.

Seit 40 Jahren begleitet die Clubzeitschrift PROFIL die ACV Mitglieder durch die Welt der Mobilität. In rund 360 Ausgaben wurde berichtet, kommentiert, getestet, der Zeitgeist kritisch aufgegriffen und Wandel dokumentiert: von der Anschnallpflicht für Kinder bis zu Fahrerassistenzsystemen, vom unbedingten Glauben an den Diesel bis zur CO₂-Debatte. Begleiten Sie uns auf eine Zeitreise.


Mit 40 Jahren, der ungefähren Lebensmitte, fangen einige Menschen an, Bilanz zu ziehen oder zumindest ein paar alte Fotos rauszukramen. Sie erinnern sich an große Entscheidungen, an gute Ideen und an Dinge, die sie heute anders machen würden. Die PROFIL darf diesen Meilenstein in diesem Jahr feiern. Seit vier Dekaden begleitet sie, was sich in Sachen Mobilität auf Deutschlands Straßen abspielt – und vor allem, was sich verändert hat. Damals wie heute wollen wir nicht nur informieren, sondern einordnen: Was ist neu? Was bleibt wichtig? Und was bedeutet all dies für unsere Mitglieder?

Wir wagen in dieser Geschichte einen Blick zurück und haben im Archiv der neuen ACV Hauptgeschäftsstelle durch alte Ausgaben geblättert. Haben uns festgelesen in Testberichten wie dem über den Golf III („Klassenmaßstab in Qualität, Sicherheit und Fahrkomfort“, Artikel zum Nachlesen siehe unten), den Renault Espace („Aufgemöbelter Raumgleiter mit Common-Rail-Diesel“), den ersten Škoda Octavia („Sensationell günstige Limousine in bester Fertigungsqualität“) oder den Mercedes S 400 CDI mit 250-PS-Achtzylinder-Diesel („Stärkster Serien-Diesel in der S-Klasse“).


Mit der Erstausgabe 1985 gewann der ACV an PROFIL – im Wortsinn: Die neue Clubzeitschrift diente als direkter Draht zu den Mitgliedern.
 


Die PROFIL berichtete 1985 über das Ende einer Ära: In Emden landeten die letzten 3.145 Käfer aus Übersee an (den Artikel zum Nachlesen finden Sie unten).
 


Die PROFIL berichtete 1985 über das Ende einer Ära: In Emden landeten die letzten 3.145 Käfer aus Übersee an (den Artikel zum Nachlesen finden Sie unten).
 

Wir haben geschmunzelt über Meldungen von 1993 wie „Jetzt schon 300.000 Teilnehmer am digitalen Telefonnetz“ und das 2005 für die Zukunft befürchtete „Rekordhoch“ von 1,50 Euro für einen Liter Benzin (Artikel zum Nachlesen siehe unten). Und auch über längst überholte Geschlechterklischees: „Ihr steht Männlichkeit – sprich Beherrschung des Automobils – zur Verfügung, ohne auf den Mann angewiesen zu sein“, wie die PROFIL 1986 ganz im Zeitgeist über eine Autofahrerinnen-Studie berichtete. Jedoch, die Recherche im PROFIL-Archiv hatte nicht nur Unterhaltungswert. Sie hält auch fest: Selbst wenn sich heute manche Artikel (logischerweise) wie Dokumente aus einer völlig anderen Zeit lesen, zeigen viele Beiträge, dass Mobilität für den ACV und seine Mitgliederzeitschrift nie nur Notwendigkeit, sondern immer auch Haltung war.


Service auf Höhe der Zeit: Zum vergünstigten Preis konnten ACV Mitglieder 1990 eine Visa-Kreditkarte über den Club beantragen.
 


Service auf Höhe der Zeit: Zum vergünstigten Preis konnten ACV Mitglieder 1990 eine Visa-Kreditkarte über den Club beantragen.
 

KINDERSCHUTZ VON ANFANG AN
Nehmen wir als Beispiel das Thema Kindersicherheit, das dem Autoclub auch im Jahr 2025 sehr am Herzen liegt (siehe hier). Als die ACV PROFIL 1985 zum ersten Mal erschien, war Kindersicherheit im Straßenverkehr ein Thema für Fachkreise, das gerade erst an Bedeutung gewann. Man bedenke: Erst seit 1984 gab es eine Anschnallpflicht für die Rückbank, die ab 1986 mit einem Bußgeld bewehrt war. Erst 1993 mussten Kinder in einem Kindersitz befördert werden. 

Die PROFIL begleitete dieses Thema von Anfang an offensiv. So titelte sie 1986 zur bevorstehenden Reisezeit: „Kinder im Auto – das fünfte Rad am Wagen“ (Artikel zum Nachlesen siehe unten) und resümierte, auf dem Weg zum Urlaubsziel werde an die jüngsten Pkw-Insassen offenbar nicht gedacht. Tagesetappen von 1.000 Kilometern und mehr mit nur ganz kurzen Pausen zum Tanken seien für viele Familien üblich. 

Die Redaktion appellierte an die Eltern, Bewegung einzuplanen und unterwegs für Beschäftigung zu sorgen. Und: „Erwachsene sollten während der Fahrt das Rauchen unterlassen oder zumindest erheblich einschränken.“ Was aus heutiger Sicht fast lächerlich klingt, war damals ein ungewohnter Eingriff in gewohnte Autofahrer-Freiheiten. 
Die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr wurde ab den 1980er Jahren immer wichtiger, vielerorts entstanden, zunächst testweise, Spielstraßen oder Tempo-30-­Zonen. „Die meisten Kinder verunglücken in ihrer direkten Wohnumgebung beim Spielen auf der Straße“, schreibt die PROFIL 1986 und weist auf typische Gefahrensituationen hin: Ballspiele auf der Straße, unberechenbares Verhalten, bei Rot über die Straße gehen. Gleichzeitig plädiert der Club schon früh für die Verkehrserziehung der Jüngsten und wird selbst aktiv, beispielsweise mit Ortsclub-Aktionen zum sicheren Radfahren – übrigens bis heute. 

Das starke Engagement des ACV in Sachen Verkehrssicherheit zieht sich beim Durchblättern der alten Ausgaben wie ein roter Faden durch die Jahrzehnte. Von Berichten über den „Gefahrenherd Landstraße“, über die Forderung „Schutz statt Protz“ zum Verbot von verkehrssicherheitsgefährdenden Kuhfängern zur Jahrtausendwende und Berichten über sicheres Radfahren bis zur Aktion „Schilderwald“, bei der die PROFIL ihre Leser 1989 dazu aufrief, unnötige Beschilderungen zu melden. 


Kindersicherheit ist ein Thema, das sich in der PROFIL durch alle Jahrzehnte zieht. Statt mit erhobenem Zeigefinger argumentiert die Clubzeitschrift mit handfesten Zahlen und Studien, klärt Eltern über konkrete Risiken auf oder appelliert für mehr Rücksichtnahme seitens der Autofahrer.
 


Ein Thema, das sich in der PROFIL durch alle Jahrzehnte zieht. Statt mit erhobenem Zeigefinger argumentiert die Clubzeitschrift mit handfesten Zahlen und Studien, klärt Eltern über konkrete Risiken auf oder appelliert für mehr Rücksichtnahme seitens der Autofahrer.
 


Noch bevor es zum unverzichtbaren Standard wurde, bekam der ACV seine erste Webpräsenz, ausführlich erklärt in der PROFIL. Um die kleinen Leser kümmerte sich Carli, das Maskottchen des ACV Junior-Club.
 


 Noch bevor es zum unverzichtbaren Standard wurde, bekam der ACV seine erste Webpräsenz, ausführlich erklärt in der PROFIL. Um die kleinen Leser kümmerte sich Carli, das Maskottchen des ACV Junior-Club.
 

SO FING ALLES AN
Bevor wir weiter schmökern, werfen wir noch einen Blick zurück: Wir schreiben das Jahr 1982. Auf der Hauptversammlung wird die Eigenständigkeit des ACV beschlossen; bis dahin war der Club korporatives Mitglied im AvD und konnte ausschließlich Veranstaltungsankündigungen in dessen Mitteilungsblatt einlegen. Mit dem Vollzug der Trennung 1985 wird dann auch die eigene Mitgliederzeitschrift aus der Taufe gehoben. „Dank der PROFIL hatten wir endlich die Möglichkeit, unsere Clubphilosophie zu vermitteln und zu zeigen, dass wir ein eigenständig denkender und handelnder Club sind“, erinnert sich der damalige ACV Präsident Franz-Georg Wolpert.

Die Mitgliederzahl sollte sich in den folgenden Jahrzehnten vervielfachen: von etwa 55.000 im Jahr 1985 auf mehr als 300.000 im Jahr 2010, als Wolperts Präsidentschaft endete, bis heute auf mehr als 520.000 Mitglieder. „Das haben wir auch mit Hilfe der PROFIL erreicht“, sagt Wolpert und erklärt: „Hilfe anbieten, die Mitglieder an die Hand nehmen und ein Familiengefühl vermitteln, das waren wichtige Faktoren.“ 

„Dank der PROFIL hatten wir endlich die Möglichkeit, unsere Clubphilosophie zu vermitteln und zu zeigen, dass wir ein eigenständig denkender und handelnder Club sind.“

Franz-Georg Wolpert
ACV Präsident 1985-2010

Zum Jubiläum der PROFIL besuchte Mit-Initiator Franz-Georg Wolpert den ACV in seiner Hauptgeschäftsstelle – über seine Erinnerungen berichtet er im Video-Interview. Jetzt ansehen.


PROFIL ZEIGT PROFIL
Von Anfang an trägt die PROFIL auch die Clubphilosophie in die ACV Familie: Mobilität ganzheitlich zu betrachten und nicht ausschließlich auf das automobile Fortkommen von A nach B zu fokussieren. Entstanden durch die enge Bindung an die ehemalige Eisenbahner-Versicherung DEVK und „eines von mehreren Alleinstellungsmerkmalen gegenüber anderen Automobilclubs“, erklärt Wolpert.

Zurück im Archiv fällt uns in einer Ausgabe von 1990 ein Satz ins Auge, der die fortschrittliche Haltung betont: „Die weiter um sich greifenden Umweltschäden fordern es geradezu heraus: Die Industrie muss alle Möglichkeiten ausloten, um Autofahren umweltverträglicher werden zu lassen.“ Er steht in einem Artikel mit der Überschrift „Umweltauto“, gemeint sind hier Fahrzeuge mit Start-Stopp-Automatik und Hybridsystem (Artikel zum Nachlesen siehe unten). 


Wasserstoff war ganz im Zeitgeist der 2000er Jahre – auf dem PROFIL-Cover damals originell bebildert.
 


Wasserstoff war ganz im Zeitgeist der 2000er Jahre – auf dem PROFIL-Cover damals originell bebildert.
 


Ein „Rekordhoch“ von 1,50 Euro für einen Liter Benzin wurde im Spätsommer 2005 befürchtet. Die PROFIL ließ Pendler zu Wort kommen und gab Spritspar-Tipps.
 


Ein „Rekordhoch“ von 1,50 Euro für einen Liter Benzin wurde im Spätsommer 2005 befürchtet. Die PROFIL ließ Pendler zu Wort kommen und gab Spritspar-Tipps.
 

Das Thema Umweltfreundlichkeit rückt in der PROFIL in den folgenden Jahren weiter in den Fokus. Themen wie Carsharing oder Verkehrswende erhalten ebenso stärkere Relevanz wie die E-Mobilität. ACV Aktionen wie „ÖkoGlobe“ oder „ACVmobil“, mit denen der Club besonders nachhaltige Mobilitätskonzepte und Antriebe (von Brennstoffzelle bis Zweizylinder-Benziner) auszeichnet, finden in der PROFIL Resonanz. 

Die Technologieoffenheit des ACV transportiert auch seine Mitgliederzeitschrift. 2006 bilanziert die PROFIL beispielsweise: „Auf dem Weg zum Wasserstoff-Auto könnten synthetische Kraftstoffe aus Biomasse das teure Erdöl ersetzen“. Ganz im Zeitgeist ging die Redaktion damals davon aus, der Brennstoffzellenantrieb werde sich mittelfristig durchsetzen. Dies hat sich 20 Jahre später beim Pkw nicht bewahrheitet, jedoch sind die sogenannten E-Fuels weiterhin ein Baustein bei der Emissionsreduzierung.


Der ACV gab sich ein neues Maskottchen, der ACPfau grüßte vom Cover. 
 


Der ACV gab sich ein neues Maskottchen, der ACPfau grüßte vom Cover. 
 

AUFKLÄRUNG AUF AUGENHÖHE
Gleichzeitig trägt die Clubzeitschrift der Erklärungsbedürftigkeit der neuen Mobilitätsaspekte Rechnung – sei es mit einer Serie über alternative Antriebsformen (2007), Artikeln über Vor- und Nachteile von Carsharing oder die 2013 noch neuen Fernbuslinien sowie Aufklärung über die aufkommenden Assistenzsysteme: „Was sollte man unbedingt haben, was ist nützlich und was kann man sich sparen“.

Auch die große Bandbreite der Auto-Berichterstattung zieht sich durch die Jahrzehnte: von klein zu groß, von günstig bis teuer, von exotisch zu Massengeschmack. Da ist der „Kombi mit Komfort – Citroën BX Break“, dem die Tester im Sommer 1986 dank Hydropneumatik „Citroën-Fahrkultur ohne Abstriche“ bescheinigen, und der neue Polo überrascht die Tester 1991 mit frechem Innenraumdesign und 1,0-Liter-Vierzylinder mit 45 PS – damals als „kraftvoll, sparsam und leise“ bewertet. 

Die Beispiele illustrieren, wie viel sich in vier Jahrzehnten bewegt hat – technisch, politisch, gesellschaftlich. Geblieben ist die Aufgabe der PROFIL, auch für die kommenden 40 Jahre: Entwicklungen verständlich machen, Orientierung bieten, Haltung zeigen – immer möglichst nah dran an den Bedürfnissen unserer Mitglieder.

„Aus heutiger Sicht muss ich sagen, die PROFIL ist eine Erfolgsstory“, resümiert ihr Mit-Initiator und ehemaliger ACV Präsident Wolpert. Er liest seine Mitgliederzeitschrift mittlerweile ausschließlich im Internet und freut sich an den dort zusätzlich angebotenen Inhalten.


Die PROFIL erscheint seit vergangenem Jahr auch als digitales Magazin mit Bildergalerien, Videos und weiteren Inhalten. 
 


Die PROFIL erscheint seit letztem Jahr auch als digitales Magazin mit Bildergalerien, Videos und weiteren Inhalten. 
 

„Seit 40 Jahren begleitet die PROFIL das, was Mobilität ausmacht – im Alltag, in der Politik, in der Gesellschaft. Für unsere Mitglieder greifen wir Themen auf, die bleiben: Verkehrssicherheit, Kinderschutz, Nachhaltigkeit oder neue Antriebe waren und sind für uns keine Moden, sondern Fragen von Verantwortung. Wir setzen nicht auf Trends, sondern auf Themen mit Relevanz für den Alltag. Gerade in einer Zeit voller Tempo und Umbrüche bleibt die Aufgabe der PROFIL dieselbe: Orientierung geben, kritisch einordnen, dranbleiben.“

Rolf Möller ACV Präsident

Stöbern Sie in alten Ausgaben!

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