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Mit der Erstausgabe 1985 gewann der ACV an PROFIL – im Wortsinn: Die neue Clubzeitschrift diente als direkter Draht zu den Mitgliedern.
SO FING ALLES AN
Bevor wir weiter schmökern, werfen wir noch einen Blick zurück: Wir schreiben das Jahr 1982. Auf der Hauptversammlung wird die Eigenständigkeit des ACV beschlossen; bis dahin war der Club korporatives Mitglied im AvD und konnte ausschließlich Veranstaltungsankündigungen in dessen Mitteilungsblatt einlegen. Mit dem Vollzug der Trennung 1985 wird dann auch die eigene Mitgliederzeitschrift aus der Taufe gehoben. „Dank der PROFIL hatten wir endlich die Möglichkeit, unsere Clubphilosophie zu vermitteln und zu zeigen, dass wir ein eigenständig denkender und handelnder Club sind“, erinnert sich der damalige ACV Präsident Franz-Georg Wolpert.
Die Mitgliederzahl sollte sich in den folgenden Jahrzehnten vervielfachen: von etwa 55.000 im Jahr 1985 auf mehr als 300.000 im Jahr 2010, als Wolperts Präsidentschaft endete, bis heute auf mehr als 520.000 Mitglieder. „Das haben wir auch mit Hilfe der PROFIL erreicht“, sagt Wolpert und erklärt: „Hilfe anbieten, die Mitglieder an die Hand nehmen und ein Familiengefühl vermitteln, das waren wichtige Faktoren.“

Zum Jubiläum der PROFIL besuchte Mit-Initiator Franz-Georg Wolpert den ACV in seiner Hauptgeschäftsstelle – über seine Erinnerungen berichtet er im Video-Interview. Jetzt ansehen.
PROFIL ZEIGT PROFIL
Von Anfang an trägt die PROFIL auch die Clubphilosophie in die ACV Familie: Mobilität ganzheitlich zu betrachten und nicht ausschließlich auf das automobile Fortkommen von A nach B zu fokussieren. Entstanden durch die enge Bindung an die ehemalige Eisenbahner-Versicherung DEVK und „eines von mehreren Alleinstellungsmerkmalen gegenüber anderen Automobilclubs“, erklärt Wolpert.
Zurück im Archiv fällt uns in einer Ausgabe von 1990 ein Satz ins Auge, der die fortschrittliche Haltung betont: „Die weiter um sich greifenden Umweltschäden fordern es geradezu heraus: Die Industrie muss alle Möglichkeiten ausloten, um Autofahren umweltverträglicher werden zu lassen.“ Er steht in einem Artikel mit der Überschrift „Umweltauto“, gemeint sind hier Fahrzeuge mit Start-Stopp-Automatik und Hybridsystem (Artikel zum Nachlesen siehe unten).
Das Thema Umweltfreundlichkeit rückt in der PROFIL in den folgenden Jahren weiter in den Fokus. Themen wie Carsharing oder Verkehrswende erhalten ebenso stärkere Relevanz wie die E-Mobilität. ACV Aktionen wie „ÖkoGlobe“ oder „ACVmobil“, mit denen der Club besonders nachhaltige Mobilitätskonzepte und Antriebe (von Brennstoffzelle bis Zweizylinder-Benziner) auszeichnet, finden in der PROFIL Resonanz.
Die Technologieoffenheit des ACV transportiert auch seine Mitgliederzeitschrift. 2006 bilanziert die PROFIL beispielsweise: „Auf dem Weg zum Wasserstoff-Auto könnten synthetische Kraftstoffe aus Biomasse das teure Erdöl ersetzen“. Ganz im Zeitgeist ging die Redaktion damals davon aus, der Brennstoffzellenantrieb werde sich mittelfristig durchsetzen. Dies hat sich 20 Jahre später beim Pkw nicht bewahrheitet, jedoch sind die sogenannten E-Fuels weiterhin ein Baustein bei der Emissionsreduzierung.
AUFKLÄRUNG AUF AUGENHÖHE
Gleichzeitig trägt die Clubzeitschrift der Erklärungsbedürftigkeit der neuen Mobilitätsaspekte Rechnung – sei es mit einer Serie über alternative Antriebsformen (2007), Artikeln über Vor- und Nachteile von Carsharing oder die 2013 noch neuen Fernbuslinien sowie Aufklärung über die aufkommenden Assistenzsysteme: „Was sollte man unbedingt haben, was ist nützlich und was kann man sich sparen“.
Auch die große Bandbreite der Auto-Berichterstattung zieht sich durch die Jahrzehnte: von klein zu groß, von günstig bis teuer, von exotisch zu Massengeschmack. Da ist der „Kombi mit Komfort – Citroën BX Break“, dem die Tester im Sommer 1986 dank Hydropneumatik „Citroën-Fahrkultur ohne Abstriche“ bescheinigen, und der neue Polo überrascht die Tester 1991 mit frechem Innenraumdesign und 1,0-Liter-Vierzylinder mit 45 PS – damals als „kraftvoll, sparsam und leise“ bewertet.
Die Beispiele illustrieren, wie viel sich in vier Jahrzehnten bewegt hat – technisch, politisch, gesellschaftlich. Geblieben ist die Aufgabe der PROFIL, auch für die kommenden 40 Jahre: Entwicklungen verständlich machen, Orientierung bieten, Haltung zeigen – immer möglichst nah dran an den Bedürfnissen unserer Mitglieder.
„Aus heutiger Sicht muss ich sagen, die PROFIL ist eine Erfolgsstory“, resümiert ihr Mit-Initiator und ehemaliger ACV Präsident Wolpert. Er liest seine Mitgliederzeitschrift mittlerweile ausschließlich im Internet und freut sich an den dort zusätzlich angebotenen Inhalten.
„Seit 40 Jahren begleitet die PROFIL das, was Mobilität ausmacht – im Alltag, in der Politik, in der Gesellschaft. Für unsere Mitglieder greifen wir Themen auf, die bleiben: Verkehrssicherheit, Kinderschutz, Nachhaltigkeit oder neue Antriebe waren und sind für uns keine Moden, sondern Fragen von Verantwortung. Wir setzen nicht auf Trends, sondern auf Themen mit Relevanz für den Alltag. Gerade in einer Zeit voller Tempo und Umbrüche bleibt die Aufgabe der PROFIL dieselbe: Orientierung geben, kritisch einordnen, dranbleiben.“
Rolf Möller ACV Präsident
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