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Kleine Fehler,
großes Risiko

Wer Kinder im Auto mitnimmt, trägt eine hohe Verantwortung. Warum die Jüngsten trotz teurer Sitze im Auto oft falsch gesichert sind, und was man besser machen kann.

Kindersicherheit im Auto klingt im Jahr 2025 nach Routine: Es  gibt crashgetestete Kindersitze, sichere Isofix-Befestigungen und die Pflicht zum Anschnallen stellt höchstens der motzige Vierjährige in Frage, aber nicht seine Eltern. Schaut man jedoch genauer hin, ist es nicht ganz so einfach. 

Unterschätzt wird offenbar, wie viel beim Befestigen des Kindersitzes und Anschnallen des Kindes schiefgehen kann. Das betrifft insbesondere kurze Fahrten, spontane Fahrgemeinschaften und Gelegenheitsfahrer wie Großeltern. So wurden in einer Feldstudie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) rund die Hälfte der Kindersitze falsch verwendet, etwa mit falscher Gurtführung oder zu lockerem Sitz. Insbesondere kleine Kinder wurden dabei überdurchschnittlich oft fehlerhaft gesichert.

BEFESTIGUNG ALS HÜRDE
Wer schon mal beim Befestigen einer Babyschale oder eines Kindersitzes auf einer engen Rückbank ins Schwitzen (und Fluchen) gekommen ist, kann den Unmut nachvollziehen: Gehört der Beckengurt bei der Babyschale nach oben oder wird er herumgeführt? Und an welcher Stelle des unhandlichen Kindersitzes lassen sich die Schienen für die Isofix-Befestigung ausfahren, sodass er sicher arretiert werden kann – unten ziehen, an der Seite drücken? Insbesondere beim Fahrzeugwechsel oder bei Gelegenheitsfahrern treten diese Probleme typischerweise auf.

40%

der 2024 im Straßenverkehr getöteten Kinder kamen in einem Pkw ums Leben.

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Nicht ohne Grund zahlt die einfache Handhabung der Kindersitze bei Testberichten wie der Stiftung Warentest direkt auf eine gute Punktzahl ein, „denn ein guter, aber falsch eingebauter Sitz bietet kaum Schutz“, so die Tester. Signifikant weniger Einbaufehler erhob die UDV-Studie bei Kindersitzen, die mit dem standardisierten Verankerungssystem Isofix ausgerüstet waren. Hier wird ein entsprechend ausgerüsteter Kindersitz in zwei fixe Metallanker im Pkw eingeklinkt, was teilweise fummelig ist, aber Einbaufehler minimiert. Seit Ende 2014 ist Isofix verpflichtend für Neuwagen.

UNTERSCHIEDLICHE SITZTYPEN
Für Babys gilt: rückwärtsfahren, so lange wie möglich. Die UDV empfiehlt bis mindestens 18 Monate, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) spricht von 18 Kilo, was sogar einem Alter von etwa vier Jahren entspricht. Der Grund: Bei den besonders gefährlichen Frontkollisionen mit hohen Geschwindigkeiten, bei denen der Kopf mit Wucht nach vorne geschleudert wird, ist das Kind in einem rückwärts gerichteten Sitz besser geschützt. Immer mehr Hersteller bieten die Reboarder daher bis zum vierten Lebensjahr an.

Ältere Kids wechseln auf eine Sitzerhöhung, möglichst mit seitlichen „Hörnchen“, die den Gurt richtig führen: über die Beine und nicht über die empfindliche Bauchpartie. Eine Sitzerhöhung mit Rückenlehne ist komfortabler und bietet auch einen gewissen Seitenaufprallschutz. Bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr müssen Kinder, die kleiner als 150 Zentimeter sind, einen Kindersitz nutzen (§21 StVO).

MITNEHMEN? NUR MIT SITZ
Problematisch kann das bei spontanen Mitnahmen werden. Kissen oder selbst gebastelte Sitzerhöhungen sind keine Alternative, da sie bei einem Aufprall verrutschen können, sodass das Kind unter den Sicherheitsgurt gleitet und sich verletzt. Was viele nicht wissen: Wer ein fremdes Kind mitnimmt, übernimmt automatisch die Aufsichtspflicht, samt rechtlicher und versicherungsrelevanter Verantwortung. Kommt es zu einem Unfall und das Kind war nicht vorschriftsgemäß gesichert, kann die Versicherung Leistungen kürzen oder Regress fordern. 

Mehr zur Sicherheit von Kindern im Auto lesen Sie in unserem Ratgeber.