Fragen an
unsere Experten

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Von Technik bis Reise, von Verkehrssicherheit bis Klima: An dieser Stelle beantwortet unser Expertenrat regelmäßig Ihre Fragen rund um alle Themen der modernen Mobilität.


VERKEHRSRECHT

Was passiert, wenn ich ein Knöllchen aus dem Ausland ignoriere?

Matthias Horn aus Bremen

Pierre Torster, Rechtsanwalt des ACV Partners KLUGO: Wer im Ausland zu schnell fährt oder falsch parkt, kann auch in Deutschland zur Kasse gebeten werden. Bußgelder aus EU-Staaten ab 70 Euro dürfen hierzulande vollstreckt werden, zuständig ist das Bundesamt für Justiz. Seit Mai 2024 gilt das auch für Verwarngelder aus der Schweiz. Für Österreich liegt die Schwelle sogar nur bei 25 Euro. Forderungen privater Inkassobüros sollte man dagegen kritisch prüfen: Solange es sich um öffentlich-rechtliche Forderungen wie etwa Tempo-, Rotlicht- oder Parkverstöße handelt, dürfen nur Behörden diese grenzüberschreitend vollstrecken. Wer zügig zahlt, profitiert in vielen Ländern von Rabatten: In Spanien etwa gibt es 50 Prozent Nachlass bei Zahlung binnen 20 Tagen, in Italien 30 Prozent innerhalb von fünf Tagen. Wird das Bußgeld nicht fristgerecht beglichen, steigen die Kosten durch Mahngebühren, Verwaltungsaufschläge oder Verzugszinsen schnell an.

Darf ich während der Fahrt eine Smartwatch benutzen?

Petra Hoffmann aus Trier

Pierre Torster: Smartwatches gelten laut StVO als elektronische Geräte – sie dürfen während der Fahrt nur genutzt werden, wenn sie nicht in der Hand gehalten oder bedient werden müssen. Nachrichten lesen oder tippen ist verboten. Wer erwischt wird, zahlt 100 Euro und bekommt einen Punkt.

TECHNIK
Hans Neumann aus Hamburg fragt: Ich hatte beim Parken einen kleinen Zusammenstoß an der Stoßstange. Arbeiten meine Radarsensoren jetzt noch zuverlässig?

Johannes Kautenburger, KÜS-Prüfingenieur: Schon minimale Deformationen im Stoßfänger können den Sensorwinkel verändern, was die Abstandsmessung verfälschen oder Warnsysteme deaktivieren kann. Bei einer Rückfahrkamera kann ein Parkrempler die Kamera verdrehen oder ihre Halterung lockern, sodass sie verzerrte Bilder oder falsche Abstände liefert. Eine Diagnose beim Fachbetrieb ist sinnvoll, auch wenn äußerlich kein Schaden erkennbar ist.

VERSICHERUNGEN
Peter Meier fragt: Da ich mein neues Sofa beim Möbelhaus abholen musste, habe ich mir den Lieferwagen meines Nachbarn geliehen. Beim Ausladen ist mir leider ein Malheur passiert – jetzt hat der Wagen einen Kratzer im Lack und das Rücklicht ist kaputt. Um Streit zu vermeiden, habe ich den Schaden selbst bezahlt, ein teurer Spaß. Gibt es eine Versicherung, die in so einem Fall einspringt?

Alexander Erpenbach, DEVK-Versicherungsexperte: Solche Missgeschicke mit geliehenen Autos können schnell Ärger und hohe Kosten bringen. Oft übernimmt die Kfz-Vollkasko-Versicherung den Schaden – aber meist zu Lasten des Fahrzeughalters, also Ihres Nachbarn. Das bedeutet eine Hochstufung seiner Versicherung und wahrscheinlich wird er sich gut überlegen, Ihnen nochmal etwas zu leihen. Besser ist eine Privathaftpflicht mit einem Kfz-Zusatzpaket. Zum Beispiel bietet die DEVK einen Zusatzschutz an, der Schäden an geliehenen oder gemieteten Autos absichert. Praktisch: Dieser Schutz gilt auch bei Carsharing und übernimmt sogar die Vollkasko-Selbstbeteiligung.


UNFALLFORSCHUNG

Was bringt ein Notbremsassistent bei Wildwechsel?

Lisa Jung aus Mannheim


Kirstin Zeidler, Leiterin der Unfallforschung der Versicherer (UDV): Notbremsassistenten erkennen grundsätzlich Hindernisse auf der Fahrbahn und können so beispielsweise helfen, die Aufprallgeschwindigkeit zu reduzieren oder sogar den Zusammenstoß zu verhindern. Wildtiere zu erkennen, ist allerdings wegen der Bewegungsmuster und Bewegungsgeschwindigkeit sehr komplex. Die Systeme werden zwar immer weiter optimiert, aber besonders bei kleineren Tieren und schlechten Sichtverhältnissen stoßen sie an ihre Grenzen. Vor allem in waldreichen Gebieten gilt daher trotz Notbremsassistent: Tempo drosseln und bremsbereit sein.


MOTORSPORT

Stimmt es, dass Technik aus der Formel 1 auch in meinem Auto steckt?

Nico Bauer aus Bornheim und Lea Krüger aus Stuttgart


Andreas Pfister, Renninstruktor und Leiter ACV Sport: Mehr, als man denkt. Viele Systeme, die heute selbstverständlich sind, wurden im Motorsport perfektioniert, etwa Scheibenbremsen oder das Doppelkupplungsgetriebe. Auch Materialien wie Karbon, bestimmte komplexe Fahrwerkssysteme, gewisse Aerodynamiklösungen oder Energierückgewinnungssysteme für Hybridantriebe haben ihren Ursprung im Formel-1-Umfeld. Was im Grenzbereich getestet wird, kommt später angepasst an Komfort und Sicherheit in den Alltag.

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