MENSCHEN
Container for the scroll indicator
(Will be hidden in the published article)

Was bedeutet Mobilität für Sara Schiffer? Die Geschäftsführerin im Video-Interview mit ACV Pressesprecher Philipp Mathey. Jetzt das Video ansehen.
Das weiß Schiffer auch aus privatem Erleben; mit ihrem Toyota Mirai fährt sie einen von etwa 1.800 in Deutschland zugelassenen Brennstoffzellen-Pkw. „Man passt sein Tankverhalten an“, ist ihre pragmatische Devise; gebe es eine Tankstelle, fülle sie nach – egal, ob der Tank nun leer sei oder nicht.
Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit sind Themen, auf die die promovierte Wirtschaftsinformatikerin im Gespräch immer wieder zurückkommt: „Zwei ganz große Aufgaben unserer Generation“ und etwas, das sie persönlich antreibe. Sie sei zwar nie, wie die „Fridays for Future“-Bewegung, für das Klima auf die Straße gegangen, „aber ich teile den Handlungsdruck dieser Generation.“ hylane sei nie nur die Gründung von „irgendeinem Unternehmen“ gewesen. „Ich sehe das als meinen persönlichen Beitrag.“
AUS DEM KONZERN INS START-UP
Entstanden ist die Idee, als sie im Team des Kapitalanlagevorstands der DEVK Versicherungen arbeitete. Es sei um nachhaltige Investitionen gegangen und auch darum, woher Emissionen kommen. Schwere Nutzfahrzeuge tragen wesentlich zum CO₂-Ausstoß bei, „indem man also statt vieler Pkw wenige Lkw austauscht, hat man einen viel größeren Hebel“, erklärt Schiffer. Gleichzeitig verschärft die EU Stück für Stück die CO₂-Vorgaben, um den Umstieg auf emissionsfreie Antriebe zu beschleunigen: „Es gab einfach einen großen Bedarf für unser Geschäftsmodell.“ So sei auch die DEVK als Gründungsgesellschafterin schnell überzeugt gewesen; im Dezember kam im Zuge einer Kapitalerhöhung nun ein zweiter Investor hinzu. Gefördert wurde hylane auch vom Verkehrsministerium.
Raus aus dem Konzern, rein ins Start-up – das war für die damals 28-Jährige eine komplette Umstellung. Sie habe sich zuvor nie als Gründerin gesehen, aber: „Ab dem Moment als die Idee stand, war für mich völlig klar, dass ich das mache, und ich bin der DEVK dankbar für diese Möglichkeit“, so Schiffer. Ein Jahr später schaffte sie es auf die „Forbes 30 under 30“-Liste im deutschsprachigen Raum – eine jährliche Auswahl junger Nachwuchstalente des Wirtschaftsmagazins.
AUS DEM „OB“ INS „WIE“
Heute betreibt hylane Europas größte Flotte an Wasserstoff-Lkw und ist nach eigenen Angaben einer der größten Anbieter in der Vermietung emissionsfreier Nutzfahrzeuge in Europa. Seit dem vergangenen Jahr sind mit dem Mercedes e-Actros auch batterieelektrische Trucks dazu gekommen; das Fahrzeug hat eine Normreichweite von 500 Kilometern.
Sara Schiffer im Gespräch mit Philipp Mathey vor dem Hyundai mit Wasserstoff-Tanks.
AUS DEM ALLTAG AUF DIE MATTE
Nach dem Einstieg eines neuen Investors Ende 2025 stehen die Zeichen für hylane in diesem Jahr auf Wachstum, sowohl was die Vermietflotte als auch das Team von derzeit 20 Mitarbeitern angeht. In einem Lebensbereich jedoch darf es bei Schiffer weder um Ziele noch um Effizienz gehen: „Ich praktiziere gerne Yoga, wo das ja überhaupt kein Thema ist, und genieße das sehr.“ Gleichzeitig hält sie nichts von der strikten Trennung von Privatem und Beruflichem: „Der Begriff Work-Life-Balance hat für mich nie Sinn ergeben.“ Es sei doch viel wichtiger, dass beides insgesamt zusammenpasse. Vorankommen, ohne sich zu verlieren: Sei es ein Lkw-Führerschein als Weiterbildung, pragmatische Tankroutinen, organische Unternehmensgründung oder vier Grad und Nieselregen – Schiffer nimmt es, wie es kommt.
Zur Person
Dr. Sara Schiffer
geb. 1993, verheiratet, lebt in Köln
Akademischer Werdegang
2013-2018
Studium Data Science & Information Systems in Köln,
Kalifornien & Münster
2019-2024
Promotion
(Dr. rer. pol.im Bereich Wirtschaftsinformatik Universität Münster)
Beruflicher Werdegang
2013-2025
DEVK Versicherungen, verschiedene Funktionen in
IT & Management, u. a. Fachgebietsleitung Koordination IT
Entwicklung & Referentin des Vorstands
seit Oktober 2021
Gründerin & Geschäftsführerin hylane
Nächster Artikel

Container for the dynamic page
(Will be hidden in the published article)




