VERKEHRSPOLITIK
Wenn ein Fahrzeug liegen bleibt, zählt vor allem eines: schnelle und verlässliche Hilfe. Genau dafür steht der ACV. Doch die Mobilität befindet sich im Wandel, der Club beschäftigt sich deshalb schon heute mit der Frage, wie Pannen- und Abschleppdienste der Zukunft aussehen: Seit Mitte Juni fährt im Raum Köln ein Abschleppwagen, der lokal keine Emissionen ausstößt – ein Novum in der deutschen Automobilclub-Landschaft. Hinter dem Pilotprojekt steckt kein grünes Feigenblatt, sondern ein vollwertiges Arbeitsfahrzeug, das täglich beim ACV Partner LS Pannenservice unterwegs ist. „In Deutschland finden jedes Jahr Millionen Abschleppvorgänge statt, jeder verursacht Emissionen“, sagt ACV Geschäftsführer Holger Küster. „Daraus ergibt sich eine klare Verantwortung für unsere Branche.“
DER TRUCK
Basis des Fahrzeugs ist der PH2P Truck von Paul Nutzfahrzeuge, aufgebaut auf einem Mercedes-Atego-4x2-Chassis. Angetrieben wird er von einer 80-Kilowatt-Brennstoffzelle von Toyota sowie einem Zentralantrieb von Voith mit 200 kW/390 PS Dauerleistung bei 3.100 Nm Drehmoment. Für den Abschleppeinsatz hat Wellmeyer Fahrzeugbau ein hydraulisches Schiebeplateau mit 4 Tonnen Traglast aufgebaut. Das zulässige Gesamtgewicht im Anhängerbetrieb liegt bei 24 Tonnen.
Der H₂-Schlepper wird beim LS Pannenservice im Alltag genauso eingesetzt wie die Dieselfahrzeuge auch.
Beim ACV verstehen wir nachhaltige Mobilität nicht als Schlagwort, sondern als Aufgabe: ausprobieren, lernen, verbessern.
Holger Küster ACV Geschäftsführer
SIGNAL AN DIE BRANCHE
Was in Köln erprobt wird, hat Pilotcharakter über den ACV hinaus: Erstmals zeigt ein Praxisbetrieb unter Alltagsbedingungen, ob ein Wasserstoff-Lkw die Anforderungen des Abschleppgewerbes erfüllt. Für den Betriebsleiter des LS Pannenservice, Oliver Radhi, ist es „mehr als ein Testlauf“: ein Signal an die gesamte Branche, dass nachhaltige Lösungen keine Zukunftsmusik mehr sind. Küster betont: „Beim ACV verstehen wir nachhaltige Mobilität nicht als Schlagwort, sondern als Aufgabe: ausprobieren, lernen, verbessern – und dort vorangehen, wo konkrete Lösungen möglich sind.“ Mehr zum Pilotprojekt des ACV lesen Sie hier.
ACV Connect Spezial: Abschlepper-Premiere im Video
Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde der H2-Truck bei einer Spezialausgabe des Diskussionsformates „ACV Connect" in Köln. Im Anschluss diskutierten Experten die Zukunft emissionsfreier Nutzfahrzeuge und die Rolle von Wasserstoff im Straßenverkehr – auf dem Podium: ACV-Chef Holger Küster, hylane-Gründerin Dr. Sara Schiffer und H2-MOBILITY-Geschäftsführer Martin Jüngel.
Sehen Sie hier die Premiere im Video:

Für mehr Achtung im Straßenverkehr setzt sich eine Allianz ein; darunter das Verkehrsministerium, vertreten durch den Parlamentarischen Staatssekretär Christian Hirte (Mitte, rote Krawatte), und der ACV mit Geschäftsführer Holger Küster (2. v. re.).
Als drittgrößter Automobilclub Deutschlands setzt sich der ACV auf Bundesebene kontinuierlich für eine sichere, nachhaltige und bezahlbare Mobilität ein. Aktuelle Termine in Berlin zeigen, wie wichtig der fachliche Austausch ist, um Positionen des Clubs und Interessen der Mitglieder in verkehrspolitische Debatten einzubringen.
EINSATZ FÜR VERKEHRSSICHERHEIT
Um zentrale Risiken im Straßenverkehr, wirksame Maßnahmen und neue technische Lösungen ging es bei der dritten Nationalen Verkehrssicherheitskonferenz des Bundesverkehrsministeriums, an der Vertreter des ACV Mitte April mit rund 300 weiteren Fachleuten aus Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft teilnahmen.
1571
Menschen starben 2024 auf Landstraßen,
das sind 57 % aller Verkehrstoten.
Im Mittelpunkt stand das Leitbild der Vision Zero: die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten konsequent zu senken. Ein besonderer Fokus lag auf Landstraßen, wo sich besonders viele schwere Unfälle ereignen: 2024 starben auf Landstraßen 1.571 Menschen – das entspricht 57 Prozent aller Verkehrstoten in Deutschland. Deutlich wurde: Viele Risiken lassen sich durch bessere Planung, konsequente Unfallanalysen, sichere Streckenführung, bessere Markierungen und präventives Handeln wirksam reduzieren. Für den ACV bleibt die Landstraße deshalb ein zentrales Thema der Verkehrssicherheitsarbeit.
Plakatmotiv der Initiative #mehrAchtung
Neben der Infrastruktur spielte auch das Verhalten im Straßenverkehr eine wichtige Rolle. Im Rahmen der Konferenz kamen Mitglieder der Verkehrssicherheitsinitiative #mehrAchtung zusammen, in der sich auch der ACV engagiert. Die Initiative des Bundesverkehrsministeriums und des Deutschen Verkehrssicherheitsrats setzt sich gemeinsam mit einer breiten Partner-Allianz für mehr Respekt, Rücksicht und Aufmerksamkeit im Straßenverkehr ein. Mit Plakataktionen, Social-Media-Kampagnen und praxisnahen Botschaften wirbt #mehrAchtung dafür, Konflikte zu vermeiden und das Verkehrsklima zu verbessern.
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