
NACHGEFRAGT
Verkehrsforscher Prof. Dr. Michael Schreckenberg beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Thema Straßenverkehr. Ihm ist es gelungen, das Auftreten des „Stau aus dem Nichts“ wissenschaftlich zu erklären, er prägte dafür den Begriff „Phantomstau“.
Schlaumachen schützt vor Strafen
Umweltzonen, City-Maut, Einfahrtsbeschränkungen: Immer mehr europäische Städte regulieren den Zugang für Pkw. Wer die Regeln nicht kennt, zahlt drauf. Ein Überblick.
Wer mit dem Auto in die britische Hauptstadt London fahren will, muss nicht nur den Linksverkehr beachten, sondern auch die City-Maut.
Einfach ins europäische Ausland und in eine Innenstadt fahren? Das kann teuer werden. Viele Städte – von Antwerpen bis Madrid – nutzen mittlerweile Zufahrtsbeschränkungen, um Verkehr, Lärm und Abgase zu reduzieren. Aufgrund von Kameras und automatischer Kennzeichenerfassung ist das nicht immer leicht zu erkennen. Ob man sein Kennzeichen vorab registrieren, eine Umweltplakette kaufen oder eine City-Maut bezahlen muss, darüber sollten Autofahrer sich im Vorfeld der Reise informieren – zum Beispiel in den Länderinformationen des ACV, die sich je Urlaubsland herunterladen lassen.
MAUT: LONDON, ITALIEN, STOCKHOLM
Recht bekannt ist die Londoner Innenstadtmaut (Congestion Charge, Foto oben). Autofahrer können sich auf tfl.gov.uk registrieren und so teure Strafgebühren vermeiden. Auch italienische Städte setzen auf das Mautsystem. Für Mailand, Palermo und Bologna wird eine City-Maut meist als Tagesticket fällig.
Viele italienische Städte haben zudem ZTL-Zonen („Zona a Traffico Limitato“; Foto). Diese dürfen nur von Anwohnern, Lieferdiensten oder registrierten Hotelgästen befahren werden. In Schweden wird für die Städte Stockholm und Göteborg eine Citymaut kamerabasiert erhoben. Eine Rechnung kommt per Post nach Hause.
In dieser norditalienischen Stadt zeigt ein Schild, dass die ZTL-Zone aktiv ist.
KAMERAÜBERWACHTE EINFAHRVERBOTE: NIEDERLANDE
In den Niederlanden sind ältere Diesel-Pkw in vier Städten betroffen: In Amsterdam, Arnhem und Utrecht gilt mindestens Euro 5, in Den Haag mindestens Euro 4; die Kontrolle läuft vollautomatisch per Kamera über das Kennzeichen. Benzinfahrzeuge unterliegen keinen Beschränkungen. Zahlreiche spanische Städte – darunter Madrid, Barcelona, Bilbao und Sevilla – haben dauerhafte Umweltzonen (ZBE) eingerichtet, die per Kamera überwacht werden und Einfahrverbote für ältere Fahrzeuge vorsehen. Auch in der Lissaboner Umweltzone ZER (Zona de Emissões Reduzidas) gelten Fahrverbote: im inneren Bereich für Fahrzeuge unter Euro 3, in der größeren äußeren Zone für solche unter Euro 2. Ausgenommen sind u.a. historische Fahrzeuge. Auch Österreich hat im Mai die gesetzliche Basis für kameragestützte Einfahrtskontrollen geschaffen. Wann und wo konkrete Systeme in Betrieb gehen, liegt bei den Kommunen.
UMWELTPLAKETTE IN FRANKREICH
Wer französische Innenstädte anfahren will, braucht in vielen Fällen die Crit'Air-Vignette. Sie ist auf certificat-air.gouv.fr zu bestellen und kostet inklusive Versand rund 5 Euro.
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