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ALTERSDISKRIMINIERUNG?
PROFIL 2 – 26, „Unfallursache nach Alter unterschiedlich“/„Fast alle Autobesitzer zahlen mehr“
Mit wachsendem Unverständnis beobachte ich eine Entwicklung, die sich für viele ältere Menschen zunehmend wie ein Widerspruch anfühlt: Einerseits wird von uns erwartet, dass wir immer länger arbeiten. Andererseits werden wir bereits ab 65 von Versicherungen pauschal als erhöhtes Risiko im Straßenverkehr eingestuft und mit steigenden Kfz-Beiträgen belastet. Ich werde im August 2026 75 Jahre alt und habe im März 2026 erfolgreich die vorgeschriebenen Gesundheitschecks für die Führerscheinklassen C und CE absolviert. Damit wird mir offiziell bestätigt, dass ich gesundheitlich und geistig in der Lage bin, z. B. einen 20-Tonnen-Lkw sicher im Straßenverkehr zu führen. Gleichzeitig soll ich jedoch mit meinem privaten Pkw ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellen und entsprechend höhere Versicherungsbeiträge zahlen. Dieser Widerspruch ist kaum nachvollziehbar. Selbstverständlich ist unbestritten, dass mit zunehmendem Alter bestimmte Fähigkeiten nachlassen können. Doch gilt das nicht individuell sehr unterschiedlich? Pauschale Einstufungen allein aufgrund des Geburtsdatums wirken daher nicht nur ungerecht, sondern auch wenig differenziert. Eine faire Lösung wäre es, stärker auf individuelle Fahrpraxis und Unfallfreiheit zu setzen, anstatt pauschale Altersgrenzen anzulegen. Bernhard Götz
Unsere Meinung: Sie sprechen etwas an, das viele ältere Autofahrer empfinden, die erfahren, defensiv und unfallfrei unterwegs sind. Versicherer kalkulieren Beiträge nach statistischen Risiken großer Gruppen; in den Schadenstatistiken steigen ab einem höheren Alter bestimmte Unfallrisiken und teils auch die Schadenssummen. Ihre Forderung nach einer stärkeren individuellen Bewertung ist absolut nachvollziehbar. Gleichzeitig zeigt die Debatte um verpflichtende Gesundheits- oder Fahrtests, dass viele ältere Autofahrer zusätzliche Kontrollen skeptisch sehen.
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